Warum jeder Webdesigner SEO verstehen sollte

SEO und Webdesign sind für viele zwei verschiedene Welten. Der Webdesigner beschäftigt sich mit der Konzeption und dem Layout einer Webseite und ist meist weit vom technischen Universum der Suchmaschinenoptimierung entfernt. Ich möchte euch zeigen, dass der Designer sehr viel Einfluss auf den späteren SEO-Erfolg hat.

TWDN

Kurze Einführung in SEO

Der Hauptgrund für Suchmaschinenoptimierung ist, dass für die meisten Webseiten Suchmaschinen die größte und wichtigste Besucherquelle darstellen. Bei vielen Blogs, Webseiten von Unternehmen oder Selbstständigen ist ein Traffic-Anteil von Suchmaschinen mit über 80% nicht unüblich. In Deutschland ist Google mit etwa 90% Marktanteil bei den Suchanfragen der  Quasi-Monopolist. Bing und Yahoo, die eine Kooperation eingehen, spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Ein Fokus auf eine reine Optimierung für Google macht daher sehr viel Sinn.

Verwendet nun jemand die Suche bei Google mit einem Keyword (Schlüsselwort) lieft Google anhand eines geheimen Algorithmus die passenden Seiten zu diesem Thema aus. Dabei spielen über 200 Faktoren eine Rolle und niemand, außer Google, weiß genau welche Faktoren welchen Einfluss auf das Ergebnis haben. SEO lässt sich jedoch in zwei größere Kategorien unterteilen – On-Page und Off-Page Optimierungen.

Seo und Webdesign
TWDN

On-Page und Off-Page SEO

Off-Page-Optimierungen betrifft alles was außerhalb der eigenen Website geschieht und nicht direkt vom Webmaster beeinflusst werden kann. Hier sind Backlinks die wichtigste Komponente der Optimierung. Links von anderen Webseiten bedeuten für Google, dass die Seite auf die verwiesen wird wichtig ist. Dabei sind der verlinkte Text (Anchor-Text) und die Qualität der verlinkenden Seite ebenfalls wichtig. Der Aufbau eines Back-Link-Profils ist eine Aufgabe für SEO-Spezialisten und soll hier nicht weiter behandelt werden.

Die On-Page-Optimierung beschäftigt sich hingegen mit der eigenen Webseite und ist zu 100% – zumindest theoretisch – durch den Webmaster kontrollierbar. Hier gibt Google auch klare Richtlinien für Webmaster vor. Google beschränkt sich auch nicht auf technische Vorgaben sondern erwähnt explizit Design– und Inhaltsrichtlinien. Mit einer On-Page-Optimierung wird später versucht diesen Vorgaben möglichst nahe zu kommen, um später bei den Suchergebnissen besser platziert zu sein. Der Webdesigner legt mit dem Layout einer Website bereits den Grundstein für den späteren Erfolg oder Mißerfolg für die On-Page-Optimierung. Ich möchte die wichtigsten Punkte der Webmaster Richtlinien von Google, die Webdesigner betreffen, erläutern.

TWDN

Navigationen im Layout

Beschränken Sie die Anzahl der auf einer Seite vorhandenen Links auf ein vernünftiges Maß.

Verlinkungen in Form von Navigationen und Sidebars sind klar im Screendesign vorgegeben und erzeugen auf der fertigen Seite interne und externe Links. Als maximalen Wert wird gerne von 100 Links pro Seite ausgegangen, wobei der Wert vom Umfang des Contents auf der jeweiligen Seite abhängt. Man sollte daher bereits vor dem Design eine ungefähre Ahnung haben wie groß die Sitemap ist. Wer die ganze Navigation in einer Header-Navigation mit Dropdown-Menü abbildet und dazu eventuell noch den Footer „vollstopft“ erreicht diese Grenze allein dadurch.

Mein Tipp aus SEO-Sicht lauten daher die Anzahl der Footer-Links zu möglichst gering zu halten. Ebenso sollte die Hauptnavigation nicht komplett alle Ebenen abbilden um auch hier die internen Links etwas zu reduzieren.

Typische Linkwüste im Footer
TWDN

Wichtige Informationen nicht  verstecken

Verwenden Sie zur Anzeige wichtiger Namen, Links oder wichtigen Contents keine Bilder, sondern Text. In Bildern enthaltener Text wird vom Google-Crawler nicht erkannt. Wenn Sie Bilder für Text-Content verwenden müssen, verwenden Sie das Attribut „ALT“, um beschreibenden Text einzufügen.

Danke moderner Techniken wie CSS3, mit Hilfe derer sich auch Grafiken nachbilden lassen, hat dieser Punkt etwas an Brisanz verloren. Dennoch sollten wichtige Inhalt generell nicht in Bildern versteckt werden, sondern der Suchmaschine auch als Textform zugänglich gemacht werden. Kontakt-Adressen, Angebote oder wichtige Details werden aber gerne noch regelmäßig so versteckt.

TWDN

Slider und große Bilder

Überprüfen Sie die Leistung Ihrer Website und optimieren Sie Ladezeiten. Google ist bestrebt, seinen Nutzern möglichst relevante Suchergebnisse und eine großartige Nutzererfahrung zu bieten. Schnelle Websites erhöhen die Zufriedenheit der Nutzer und verbessern die Gesamtqualität des Webs, insbesondere für Nutzer mit einer langsamen Internetverbindung.

Google hat selbst bestätigt, dass die Geschwindigkeit einer Website ein Ranking-Faktor ist. Die größten Killer für ein schnelle Ladezeit sind zu große, hochauflösende Bilder. Für den Designer bedeutet dies auf Slider mit eben solchen Bildern zu verzichten. Ein Supersized-Slider mag zwar sehr schön aussehen, jedoch hat hier bereits ein einzelnes Bild durchaus 1 Mb oder mehr.  Werden nun mehrere solcher Bilder zu einem Slider verbunden wächst die Größe der Website schlagartig an und die Seite wird langsam. Webseiten mit Parallax-Technologie stehen vor einer ähnlich großen Herausforderung.

Mein SEO-Tipp für die Geschwindigkeit: Supersized-Hintergründe reduzieren und auf einen Supersized-Slider verzichten oder die Anzahl der Bilder möglichst stark reduzieren. Bei Parallax-Seiten werden inzwischen oft Inhalte beim Scrollen dynamisch nachgeladen. Hier empfiehlt sich dennoch eine Gespräch mit dem Entwickler und SEO-Spezialisten.

TWDN

Fazit

Suchmaschinenoptimierung wird leider noch zu oft als eigenständiger Fachbereich gesehen, der erst nach der Umsetzung einer Website stattfindet. SEO ist ein Prozess der mit dem Beginn des Projekts Webseite startet. SEO lässt sich nur dann erfolgreich umsetzen wenn alle beteiligten des Prozesses eine grundlegende Idee von Suchmaschinenoptimierung haben. Webdesigner die gerne über den Tellerrand hinausschauen und offen sind, können so bereits frühzeitig den Erfolg einer Webseite auch auf diese Weise beeinflussen.

Titelbild: @dr911 – photodune.net