7 Regeln, wie du sicher das passende WordPress Theme kaufst

Die Wahl des passenden WordPress Theme ist einfach.

Modernes Design auswählen. Sind alle Seitentypen da? Gut. Fertig.

Funktioniert manchmal. Naja eher selten. Warum das so ist, kann ich dir anhand eigener Erfahrungen erklären.

Bereit? Gut dann kann es auch schon los gehen.

Diese Checkliste wende ich selbst immer an, wenn ich auf der Suche nach einem Theme für ein neues Projekt bin. Inzwischen ist meine „Trefferrate“ beim Themekauf bei 90% und es kommt selten vor, dass ich negativ überrascht werde. Ich suche meine Themes in den allermeisten Fällen auf Themeforest oder anderen Marktplätzen.

1. Bewertung, Verkäufe und Trust-Symbole

Auf den großen Theme-Marktplätzen Themeforest, Mojo-Themes, Templatemonster oder auf dem CreativeMarket stellen Entwickler und Webdesigner ihre Themes zum Verkauf. Die Marktplätze haben hohe Qualitätsstandards und sortieren viele Themes von vornherein aus. Die Themes, die dann letztendlich zum Kauf stehen, können von den Käufern bewertet werden.

Das erleichtert die Auswahl ungemein und noch bevor ich auf das Design achte sortiere ich so:

  • Anzahl der Verkäufe
    Themes mit wenig Verkäufen haben meistens mehrere Schwächen. Daher fallen diese bei mir gleich durch das Raster.
  • Erscheinungsdatum
    Themes die erst vor wenigen Tagen erschienen sind haben häufig noch Bugs und Updates sind die Regel. Ich habe schon häufiger Anpassungen vorgenommen, die dann aber nach dem Update wieder weg waren. Ich wähle daher ein WordPress Theme aus, dass bereits mehrere Wochen alt ist und ein paar Updates und Bugfixes erhalten hat.
  • Bewertung des Themes
    Ein Theme sollte mindestens 4,2 Sterne haben oder ein äquivalentes Rating. Je mehr Bewertungen umso aussagekräftiger ist die Bewertung. Wordpress Themes unter 4 Sternen fallen bei mir durch das Raster.
  • Qualität des Autors
    Ist es sein erstes Theme oder ist es bereits das fünfte Theme? Schaut euch auch die anderen Themes des Autors an, wie gut diese bewertet wurden und wie häufig Updates erscheinen. Je erfahrener der Autor umso besser für dich.

Nach etwa 15 Minuten habe ich etwa 15 – 20 Lesezeichen mit ausgewählten Themes.

2. Design ist wichtig, aber nicht alles

Erst im zweiten Schritt achte überhaupt auf das Design und schaue mir die Demo-Version an. Das Design spielt natürlich eine entscheidende Rolle aber wie viel Aufmerksamkeit solltest du dem Design schenken?

Bei den ersten 3 Themes, die ich jemals gekauft habe, habe ich fast ausschließlich auf Design geachtet. Inzwischen ist es aber immer mehr in den Hintergrund getreten und ist ein Faktor von vielen. Ich treffe nur eine Vorauswahl aus etwa fünf Themes, die für mich ideal sind. So wählst du das richtige Design:

  • Die entsprechende Theme-Kagetorie wählen
    Für einen Magazin suchst du dir ein Magazine Theme und für eine Unternehmens-Website ein Business oder Corporate WordPress Theme.
  • One-Page oder Multi-Page Website?
    Das ist stark abhängig vom Projekt, aber ein wichtiges Ausschlusskriterium.
  • Geeignete Designrichtung auswählen
    Eher seriös oder verspielt? Das zeigt sich meistens an den Buttons, Icons oder der Navigation.
  • Content-First Branding ist vorteilhaft
    Im Mittelpunkt einer Website steht der Inhalt für den Besucher. Gutes Webdesign muss diesen Vorsatz beherzigen.

Nach etwa 20 bis 30 Minuten solltest du dich für etwas fünf WordPress Themes entschieden haben.

3. Sind alle Seitentypen und Funktionen vorhanden?

Eine Website für Immobilien hat andere Anforderungen als ein Blog. Du solltest bereits wissen welche spezielle Inhalte und Funktionen benötigt werden. Je mehr du davon im Vorfeld abklären kannst umso erfolgreicher ist der spätere Kauf.

Diese 5 Fragen werden dir helfen:

  • Sind die benötigten Seitentypen vorhanden?
    About, Portfolio, Services, FAQ, Blog etc.
  • Sind die gängigen Elemente vorhanden?
    Tables, Pricing Table, Accordion, Buttons, Icons etc.
  • Soll ein WooCommerce-Shop integriert werden?
    Viele Premium Theme bieten inzwischen eine WooCommerce-Integration an, die nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Am besten suchst in der Demo-Version und zusätzlich in der Beschreibung. Achte auch darauf, von welcher WooCommerce und WordPress Version die Rede ist.
  • Soll die Website mehrsprachig werden? Wenn ja, wird WPML unterstützt?
    Auch diese Information findest du üblicherweise in der Theme-Beschreibung.
  • Welche Widgets werden mitgeliefert?

Die meisten Punkte kannst du bereits zusammen mit der Design-Auswahl abklären. Nimm dir hier etwas Zeit und betrachte die Demo möglichst genau. Findest du etwas nicht, sind die Chancen sehr groß, dass dieses Feature nicht unterstützt wird und du eine alternative Lösung benötigst.

4. Sind die Inhalte EINFACH zu pflegen

Der Vorteil von einem WordPress Theme ist, dass die Grundstruktur schnell steht. Die Inhalte sind ebenso zügig aufgebaut und WordPress ist von Haus aus übersichtlich. Gerade komplexere Themes verwenden inzwischen aber sogenannte Page-Builder. Diese Page-Buider sollen dir das Leben eigentlich erleichtern. Eigentlich.

Einen guten Page-Builder erkennst du ganz einfach daran, dass er dir mehr Arbeit abnimmt als erzeugt. Für mich bedeutet das, dass ich schnell Spalten aufbauen und umsortieren kann. Als hilfreich empfinde ich es auch, wenn ich Inhalten von anderen Seiten, wie z.B. aus dem Portfolio oder den News direkt einbinden kann. Abstände und Trennlinien einfach einzustellen spart auch viel Zeit und Nerven.

Wie finde ich heraus ob ein Page-Builder verwendet wurde und was er kann?

Wenn du Glück hast findest liest du etwas von einem Visual Composer. Dieser Visual Composer ist mit knapp 30.000 Verkäufen der mit Abstand populärste und beliebteste Page-Builder. Falls ich jedoch auf einen anderer Page-Builder stoße suche ich zuerst nach einer Backend-Demo und danach nach Screenshots.  Ist beides nicht vorhanden lese ich mir die Kommentare durch und suche nach Informationen in anderen Themes des Autors.

Wurde kein Page-Builder verwendet bist du auf die intensive Nutzung von Shortcodes angewiesen. Suche hier im Theme gleich nach der Shortcodes-Seite, wo meistens beschrieben wird, wie diese einzusetzen sind. Shortcodes bedeuten meisten etwas mehr Aufwand aber sind einfach zu verwenden.

5. Wurde OnPage-SEO beachtet?

Was bringt die hübscheste Website, wenn sie nicht gefunden wird? Wenig. Sehr wenig. Viele Autoren von WordPress Themes achten leider viel zu wenig auf SEO. Ich habe die dabei die Erfahrung gemacht, dass sich dies am besten bei den Überschriften zeigt. Ist der Autor ein Designer verwendet er die Überschrift zum Zwecke der Gestaltung, ohne dabei SEO Beachtung zu schenken. Entwickler mit SEO-Background beachten die Überschriften jedoch sehr genau. Ein sehr gutes Indiz.

Wen du mit einem Shop planst hat SEO sowieso einen höheren Stellenwert. Schau dir die Shop-Detailseiten genau an, ob dort alles passt. Auf die Schnelle erkennst du die SEO-Qualität an diesen Merkmalen:

  • Navigation und Mobile Navigation
    Manche Themes verwenden 2 Navigationen und erzeugen massig Links, die dann nur ausgeblendet werden.
  • Überschriften auf Inhaltsseiten
    Ist nur eine H1 vorhanden? Wurde die Überschriften-Hierarchie eingehalten?
  • Umgang Externe Links
    Wie viele externe Links werden auf einer Inhaltsseite eingebaut? Wo befinden sich die Links (Header, Sidebar, Footer)? Wurde rel=“nofollow“ verwendet?

Danach habe ich ein gutes Gefühl, ob das WordPress Theme SEO-friendly ist oder eben nicht. Je wichtiger dir selbst SEO ist umso mehr Zeit lohnt es sich hier zu investieren.

6. Installation, Konfiguration und Dokumentation

Das WordPress Theme hat bis hierhin die Hürden mit Bravour genommen. Wie sieht es aber mit dem Admin-Panel aus? Was lässt sich hier alles einstellen? Und wo genau stelle ich was ein?

Nahezu alle Premium WordPress Themes verwenden ein eigenes Admin-Panel. Ich suche möglichst viele Informationen dazu, was sich alles einstellen lässt. Der Optimalfall, den leider nur einige wenige Themes anbieten, ist ein Login ins Backend. Ich versuche das Admin-Panel zu verstehen um die wichtigsten Funktionen auszumachen.

Findest du keinen Login ins Backend sollten zumindest Screenshots vorhanden sein. Fehlen die Screenshots ist es leider etwas Glücksache. Autoren mit vielen Themes und die gute Bewertung eines Themes sind gute Indikatoren.

Ebenso wichtig wie die Konfiguration des Themes ist die Dokumentation. Gerade beim Slider, Portfolio und anderen speziellen Elementen ist hier eine Dokumentation absolut notwendig. Ist ein Support-Forum oder ein Ticket-System vorhanden? Werden Videos bereitgestellt? Je mehr Dokumentation umso besser für euch.

Eine gute Dokumentation und ein ausgereiftes Admin-Panel sind nicht zu unterschätzende Vorteile. Ich hatte schon mehrmals den Fall, dass ich weniger einstellen konnte als ich wollte und die Optionen nicht beschrieben waren. Fehlen euch die Informationen zu Dokumentation und Admin-Bereich rate ich euch von dem Themekauf ab.

7. Wiederverwendbarkeit

Falls es ein einmaliges Projekt für dich ist, wird die Wiederverwendbarkeit keine große Rolle spielen. Wer von euch aber regelmäßig Themes aufsetzt wird schnell merken, dass die ständige Suche nach dem passenden WordPress Theme eher nervt.

Wenn du mehrere ähnliche Projekte hast bzw. in Zukunft kommen könnten, ist Wiederverwendbarkeit sehr wichtig. Ich setze inzwischen immer wieder auf die gleichen fünf WordPress Themes. Nur ab und zu verwende ich ein neues Theme oder wechsle ein Theme aus. Viele WordPress Themes sind so flexibel und leicht abzuändern, dass sie problemlos mehrfach verwendet werden können und dabei sehr unterschiedlich aussehen.

Du hast dann den Vorteil, dass du weißt worauf du dich einlässt. Ebenso geht die Installation und Konfiguration viel schneller von der Hand. Die Suche nach einem neuen Theme sparst du dir sogar komplett.

Das ist die Reihenfolge, nach der ich meine Themes auswähle. Ich hoffe ich habe dir weitergeholfen und du wirst in Zukunft bessere Wordpress Themes kaufen.

Falls du Fragen oder Anregungen zu den Punkten hast, freue ich mich auf deinen Kommentar. Schließlich möchte ich auch noch was dazulernen :).

Beitragsbild: ollyi – photodune.net

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  • Stefan

    Hallo Tobias,
    du schreibst, du setzt immer wieder auf die gleichen 5 Themes. Möchtest Du Sie uns vielleicht verraten? lg Stefan

    • Hallo Stefan,

      Na klar. Zur Zeit sind das die folgenden Themes bei mir:
      1. Hueman: Ein kostenloses Theme, dass ich gerne verwende
      2. Divi von elegantthemes: Guter Pagebuilder und sehr flexibel einsetzbar
      3. Impreza auf themeforest: Auch sehr flexibel und clean.

      Schöne Grüße

  • JO

    Hallo Tobias,
    wenn ich z.B. das Theme Impreza nutzen möchte..Reicht da eine Regular License oder was gibt es da für Einschränkungen?

    Gruß

    • Hallo Jo,

      Wenn du das Theme einmal kaufst, kannst du es für ein Projekt verwenden. Du kannst das Theme auch für ein Kundenprojekt verwenden. Die Einschränkungen verbieten dir das Theme als solche weiterzuverkaufen oder Teile davon.